9/25/2016

Let me keep this memory

Nie im Leben hätte ich gedacht, dass ich je in einer Situation sein werde wie heute.
Ich meine Drama ist nichts neues aber ich bin immer wieder erstaunt darüber wie wenig Herz und Kopf miteinander kommunizieren.
Teilweise ist es so, als würden sie nicht füreinander existieren. Und wiedermal falle ich meiner eigenen Naivität zum Opfer, meinem Glauben an das gute im Menschen und meiner Hoffnung, dass es doch die richtige Entscheidung sein könnte. Ein Dickkopf bin ich. Ignorant wie ich war habe ich auf die Warnungen nicht gehört, sie ignoriert und mich in die Vorstellungen von dem was hätte sein können verliebt. Viel zu schnell, wie immer. Das weiß mein Kopf, doch mein Herz klammert sich immer noch an weitere neue, wunderbare, naive Vorstellungen von dem 'was wenn...'.
Ich habe ein Talent dafür mich selbst vor die Hunde gehen zu lassen. Werde nach Ehre und Stolz gefragt doch wovon reden sie da? Wie stolz wäre ich, wenn ich mein eigenes Verlangen unterdrücken würde. Egal was meine Entscheidung gewesen wäre, ich wäre jetzt hier an dem selben Punkt. Wird nicht immer gesagt, dass man nur das bereut was man nicht getan hat ?
Die Chance, dass meine Vorstellungen wahr würden, lagen bei 30/70 sagt mein Kopf, mein Herz war in dem Moment anderer Meinung.
Und wie das nun mal so ist wenn man etwas zuviel im Glas hatte, übernimmt dann doch eher nicht der Verstand. War risikofreudig, oder eben naiv, wie sie es gerne nennen. Billig, hab ich auch schon gehört.
Für mich war er schließlich nicht fremd, denn als Träumerin hatte ich mich schon längst in eine Vorstellung von ihm verliebt, in den Gedanken mit einer so interessanten Person irgendwie verbunden sein zu können. Nichts ernstes, nur chillen, kein Drama, nur Inspiration und Leichtigkeit. Das was man sich halt so wünscht. Doch wie auch schon vorhergesehen, wie schon gewusst, war es nur das und nicht mehr, eine Nacht, ein wenig Zuneigung.
Schnell hat sich entpuppt, dass das sogenannte Kunstprojekt mehr Realität ist als gedacht, mehr asi als ich es mir zu träumen gewagt hätte. Und doch mag ich das nicht glauben, die Überzeugung, dass etwas so wundervolles dahinter steckt ist unerschütterlich.
Ob ich es bereue? Ich weiß es nicht, denn am liebsten würde ich ihm jetzt schreiben und fragen, ob er Bock auf Runde 2 hat.
Hätte ich das Angebot abgelehnt könnte ich ihm vielleicht noch schreiben ohne lächerlich zu wirken, aber hätte mir so unglaublich in den Arsch gebissen.
In dem Moment hab' ich mich tatsächlich wohl gefühlt also warum bereuen, das Adrenalin schießt mir schon zurück in den Körper, wenn ich nur daran denke. Denn was soll ich tun, bin seiner Ausstrahlung verfallen.
Ja, ich weiß, ich steigere mich wieder in etwas hinein, ich schaufel mein eigenes Grab, aber wie soll ich lernen, glücklich werden, wenn ich immer auf alles verzichte, was ein wenig bedrohlich wirkt ?Schließlich bin ich immer noch am grinsen, wenn ich drüber nachdenke. So verletzt von der Abweisung und dennoch bin ich irgendwie zufrieden. Kann's mir nicht erklären, beschreiben oder rechtfertigen, aber zum glück muss ich das auch nicht.
Ich bin bereit für Abenteuer, egal welche Risiken sie mit sich bringen. Ihr könnt alle reden wenn ihr wollt, könnt mir alle sagen wie bescheuert ich bin, doch zum Glück haben meine Abenteuer keinen Einfluss auf euer Leben, außer dass ihr mal wieder ein neues Gesprächsthema findet, was euch im Leben nicht weiter bringt.
Was ich jetzt gegen das Chaos in meinem Kopf tue weiß ich nicht, wahrscheinlich wird es wieder naiv und dramatisch, zumindest erwarten das alle von mir.